Das kreative Kind

Aufmerksame Eltern können gute Voraussetzungen für die Kreativität ihres Kindes schaffen. Dies geschieht, indem man das Kind ermuntert, Dinge auszuprobieren und eine offene Haltung gegenüber Neuem einzunehmen. Die Fantasie der Kinder ist enorm - sie lieben es, zu experimentieren und neue Sachen zu entdecken. Hat man ein neugieriges und aufgewecktes Kind, dann ist es ganz normal, dass hin und wieder Gläser oder Blumenvasen umfallen.

Fantasie ist der Ursprung
Die Fantasie beginnt dort, wo das Bekannte aufhört. Fantasie weckt die Lust des Kindes, etwas Neues zu entdecken und zu schaffen. Sie fördert die Kreativität und macht erfinderisch.

Das kreative Kind baut gerne ein Raumschiff aus Stoffkissen, benutzt eine umgedrehte Kiste als Pferd und unterhält sich mit seinen Stofftieren. Oft erschrickt es bei einer Geschichte, einem Kinderfilm oder in einem Theaterstück, da es sich sehr gut in diese Welt hineinversetzen kann. Das Kind drückt sich zum Schutz eng an seine Mama, wenn der Papa "Löwe" spielt, möchte aber gleichzeitig erneut erschreckt werden. Auch wenn das Kind weiß, dass es nicht echt ist, schlägt das Herz schneller und die Augen leuchten vor Spannung, wenn Sie ihm zum Beispiel "Schneewittchen" oder "Hänsel und Gretel" vorlesen.

Dieses Hineinversetzen ermöglicht es dem Kind, Situationen, die später einmal auftreten könnten, in einer sicheren Umgebung auszutesten. Es weiß, dass die Stoffkissen kein Raumschiff sind, aber es kann so tun als ob und kann sich vorstellen, wie es in Wirklichkeit wäre. Das Kind übt auf die gleiche Weise, wie sich zum Beispiel ein Skispringer vorbereitet, indem er sich den Sprung vorher vor dem inneren Auge vorstellt.

Durch Fantasie lernen
Durch das Ausleben der Fantasie lernen die Kinder viel. Sie wollen mit verschiedenen Sachen experimentieren - drinnen oder draußen, chaotisch oder ordentlich, in Ruhe oder voller Elan, im Schnee oder mit Wasser. Fördern Sie die Fantasie Ihres Kindes, indem Sie ihr freien Lauf lassen. So wird sich das Kind immer wieder neue Ideen aufgreifen und viele Erfahrungen sammeln. Kinder beschäftigen sich gerne mit Details und untersuchen alles ganz genau. Damit aber nicht genug. Bald kommen sie auf neue Ideen, die alle früheren Erkenntnisse auf den Kopf stellen.

Ein leeres Blatt Papier
Die meisten Kinder zeichnen gerne und wenden ihre Fantasie und Kenntnisse an, wenn sie ein Blatt voll kritzeln. Fragt man sie, was die Zeichnung darstellt, bekommt man oft lange und erfinderische Antworten. Kinder malen gerne, was sie zu diesem Zeitpunkt interessiert und beschäftigt. Hat ein Kind zum Beispiel gerade eine Beule am Kopf, kommt diese oft in Zeichnungen vor oder ein soeben ausgefallener Zahn des älteren Bruders wird in seinen Erklärungen erwähnt.

Bis zum 5. Lebensjahr zeichnen Kinder die Welt auf die gleiche Art und Weise. Am Anfang ist es meist Gekritzel, aber nach und nach entstehen Spiralen, aus denen bald Kreise werden. Eine andere Gemeinsamkeit ist, dass Kinder gerne mehrere Striche übereinander zeichnen, welche Baumstämmen ähneln. Dies ist der Ursprung, dass das Kind ein Männchen zeichnen kann - mit einem runden Kopf und einem Strichkörper. Erst ab dem 5. bis 6. Lebensjahr unterscheiden sich Kinderzeichnungen zum Beispiel aus China von denjenigen aus Deutschland.

Freude an der Musik
Musik weckt die Kreativität! Kinder sind oft musikalisch und haben große Freude daran, selbst Geräusche zu erzeugen und sich dazu zu bewegen. Sie bewegen sich gerne im Kreis und wippen bei einem selbst komponierten Lied vor und zurück.

Wenn 2-Jährige mit dem Löffel zum 46. Mal auf den Teller schlagen, ist es mit der Geduld der Eltern meist zu Ende. Für das Kind klingt dies vielleicht aber nach einer fantastischen Melodie. Bereits für kleine Kinder werden Gesangsgruppen oder auch Mutter/Kind-Singen angeboten. Es ist nie zu früh, das Interesse für die Musik zu wecken. Eltern singen gerne für das ungeborene Kind. Kinder lieben die Stimme der Eltern - egal wie gut sie singen können.

Kreativität im Freien
Lassen Sie Ihr Kind seine Kreativität im Freien ausleben! Kreativität muss nicht viele Spielsachen, viele Geräusche oder viel Bewegung bedeuten. Gehen Sie doch einfach mit Ihrem Kind auf Entdeckungsreise auf die Wiese oder in den Wald. Das Kind liebt es, wenn Sie am Spiel teilnehmen und die Fantasie sprudelt dadurch regelrecht.

Vielleicht es für Erwachsene schwierig zu verstehen, wie sich ein Kind mehrere Stunden mit Sand oder Wasser beschäftigen kann. Oft sehen die Eltern nur der Berg von Kleidern, der gewaschen werden muss, wenn das Kind hereinkommt. Aber für das Kind bedeutet es das Himmelreich. Was aussieht, wie ein halbwegs eingestürzter Sandhaufen, ist für das Kind ein Schloss mit reitenden Rittern, wo es mit Mama und Papa wohnt, wo Kämpfe ausgetragen werden und gleichzeitig ein Raumschiff abhebt. Die Kreativität entwickelt sich durch das Spielen und das Kind lernt immer dazu.

Die Reaktion der Eltern
Erwachsene reagieren auf die Kreativität des Kindes auf unterschiedliche Arten. Obwohl wahrscheinlich die meisten Eltern zum Beispiel Michel aus Lönneberga für einen kreativen und fantasievollen Jungen halten, denkt sein Vater in gewissen Situationen anders darüber. Die Kreativität des Kindes wird manchmal fälschlicherweise als Streit- oder Unruhestiften aufgefasst. Eltern und andere Erwachsene probieren dann, das Kind zu beruhigen und engen damit seine Kreativität ein.


Die Kreativität wird heutzutage bereits im Säuglingsalter von der gegebenen Rollenverteilung beeinflusst. Viele Mädchen kleiden sich gerne in Ballerinaröckchen, während die Jungen lieber draußen Kriegsspiele spielen. Es ist nicht nötig, einen Jungen aufzufordern, ein Auto zu zeichnen, wenn er stattdessen lieber mit einer Puppe spielen möchte. Wenn man beschlossen hat, dass sich das Kind auf seine gewünschte Art entwickeln darf, behindert man nicht einen gewissen Teil der Kreativität oder Entwicklung nur, weil es "unpassend" ist.

Quelle:"Pedagogisk arbeid på småskoletrinnet" von Sonja Kibsgaard "My Art Class" von Nellie Shepherd

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